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Adrian Borland - Harmony & Destruction review ( Notes 12-07-2002)

date: Jul 12, 2002


 


ADRIAN BORLAND - Harmony & Destruction (The Unfinished Journey)

Als Adrian Borland sich am 26. April 1999 das Leben nahm, hatte er kurz zuvor die Arbeit am WHITE ROSE TRASNSMISSION Album "700 Miles Of Desert" abgeschlossen und nahm seine sechste Solo-Platte auf. "Harmony and Destruction" hatte er dieses Album unheilverkündend getauft und es schon im Vorfeld als Vermächtnis an seine Fans bezeichnet. Wie dem auch sei, es enthält einige seiner allerbesten Songs, die von weit mehr als nur Verzweiflung und Depression handeln. Positive Momente wie in "Summer Wheels" oder das in die Ferne schweifende "Forever From Here", ein elektrisierendes Stück Rock Musik, haben ebenso ihren Raum wie Balladen von beeindruckender Tiefe, allen voran "Land Meets Ocean" oder "Destiny Stopped Screaming", wo es heißt: "When the bells are rung for me / And I am done with breathing / Fold my arms in front of me / And whisper 'Destiny's stopped screaming'" Man Weiß nicht genau, wie Borland dieses Album fertiggestellt hätte und es gab nicht wenige Stimmen, die meinten, man solle es lieber unvollendet lassen. Aber es kann nicht in seinem Sinn sein, diese Musik der Welt vorzuhalten und so wurde "Harmony & Destruction" so nah wie möglich an seinen Vorgaben und Intentionen orientiert fertiggestellt. Produzent Wally Brill (mit dem Borland bereits bei THE SOUND 1984 das Album "Heads & Hearts" aufnahm) und Bassist Pat Rowles vollendeten diese Platte in Kenntnis des bisherigen Werks, des Geschmacks und der Vorlieben Adrian Borlands, sowie aus ihren Erinnerungen während der Vorproduktion heraus. Das Album enthält das komplette Material der Sessions und Studioaufnahmen, in der von Borland selbst noch festgelegten Reihenfolge. Es wurden die sogenannten "Guide Vocals", die zu Beginn der Studioarbeit als eine Orientierungshilfe für sämtliche Instrumentalspuren aufgenommen wurden, die aber eigentlich nicht für die endgültige Produktion gedacht waren, beibehalten und stellenweise mit Demo-Aufnahmen ergänzt. Sämtliche Instrumental-Spuren waren bereits in ihrer endgültigen Fassung aufgezeichnet worden. Am Tage seines Suizids sollte Borland die "richtigen" Vocals einsingen, doch auch die vorhandenen Aufnahmen lassen kaum etwas an Präzision zu Wünschen Übrig. In ihrer Ungeschliffenheit erinnern sie an Live-Mitschnitte, aber gerade deswegen spiegeln sie die Intensität Borlands ebenso wider, wie sein Gitarrenspiel und allem voran seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Songwriter auf diesem Werk, das mehr als nur ein würdiger Abschiedsgruss ist.

NOTES 01-07-2002



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